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Der Zirkel SVARTHEIM


Im Westen der Baronie Tharros befindet sich ein Wald, so dicht, dass es dem Licht der
Sonne nur selten gelingt durch die Wipfel der Bäume hindurch zu dringen. Nur schmale Pfade, angelegt vor langer Zeit, von unbekannten Wanderern, führen in diesen Wald hinein und hinaus. Der Boden ist übersät von dunkelgrünem Moos, durchzogen von klaren Bächen, die sich wie Adern durch den gesamten Wald ziehen. Ab und zu trifft ein Wanderer auf kleine Lichtungen gesäumt von Felsen, die zur Rast vor der beklemmenden Schwärze des Waldes einladen. Obwohl der Wald reich an Tieren ist, trauen sich doch nur die kühnsten Jäger in den Wald, denn schon oft gingen Jene, welche die Pfade verließen für immer im Schwarz des Waldes verloren. So kam der Wald zu seinem wohlverdienten Namen – den Schwarzen Wald.
Folgt man jedoch den Pfaden hinein ins Herz des Waldes, kann es geschehen, dass man die Stätte des Hexenzirkels SVARTHEIM findet. Ein Ort voller Geheimnisse, Ruhe, Trost und Gastfreundschaft. Die Hexen und Hexer des Zirkels leben im Einklang mit der Natur und des Waldes, der sie umgibt. Das tiefste Schwarz tragen sie zur Zier, doch sind ihre Herzen dem Frieden, der Harmonie und dem Leben verschrieben. Weder den dunklen noch den hellen Mächten sind sie verschrieben. Sie huldigen keinen Göttern oder Dämonen, sondern nur dem Geist der Natur und der Kraft irdischer Elemente.
Früher betrieb SVARTHEIM einst Handel mit Bauern, Handwerkern, Händler, Reisenden und sogar auch Kleinadel, welche die Stätte des Zirkels stetig besuchten. Ob lahmendes Vieh, mangelnde Standfestigkeit im Bett oder aus bloßer Neugierde für das eigene Schicksal – so erbrachten die Hexen und Hexer viele Dienste für die Bewohner des Umlandes. Um nicht gegen die Handelsbestimmungen großer Herren zu verstoßen, oder ins Visier einer Inquisition zu geraten, wurden die Kunden SVARTHEIMS als Gäste bezeichnet und die Bezahlung für die magischen Dienste als Gastgeschenke. Für jeden Gast SVARTHEIMS erscheint die Stätte in einer anderen Gestalt. So mancher Schäfer beschrieb SVARTHEIM als hölzernen Palast in den Kronen der Bäume und doch schwor so manch anderer, dass es eine wandelnde Langhalle auf Hühnerbeinen war oder doch nur eine kühle Grotte im Bauche eines mächtigen Felsens. So unterschiedlich die Beschreibungen SVARTHEIMS auch sind, so ist eines jedem klar: Niemand vermag den Zirkel zu finden, der Böses im Sinn hat. Kein machthungriger Schurke oder gewaltbereiter Schläger konnte je die Dienste des Zirkels für sich beanspruchen. 

Doch mit dem Bürgerkrieg und den Aufständen, blieben die Gäste aus. Die nächstliegende Stadt Argentumfall, die einst eine reiche Metropole war und aus der oft viele Gäste in den Wald reisten, verkam zur Ruine. Die einfachen Menschen auf dem Land wurden vertrieben oder ermordet und so wurde auch SVARTHEIM aus den Köpfen der Menschen getilgt. 

Bestürzt und verweist durch das Ausbleiben der Gäste, entschlossen die Hexer und Hexen des Zirkels aus dem Schutz ihres Waldes zu treten und sich der Markgrafschaft Hallgau und der Welt zu öffnen. So offenbarte sich der Zirkel in der Taverne zum »rosten Krug« und boten den Markgrafenpaar und Sir Tristan von Hohensteyn Dienst und Freundschaft an.
Herrin des Zirkels ist die hohe Hexe Sopheles, die den »Titel Mutter des Waldes« trägt. Sie ist die Gründerin des Zirkels und jeder Mann und jede Frau, welche Teil des Zirkels wurden, nennt sie ihre Kinder. Sie ist von finsterer, aber auch wunderschöner Gestalt. Obwohl seit der Gründung des Zirkels schon so viele Jahre ins Land gezogen sind, dass niemand mehr
zu sagen vermag, wann dies eigentlich geschah, so konnte die Zeit keine Spuren an ihr hinterlassen und das Alter musste sie verschonen.

Innerhalb des Zirkels fungiert sie als strenge Lehrerin, oberste Richterin und liebevolle Mutter. Sie beherrscht zwar auch Magie und Alchemie, doch konzentriert sie sich am liebsten auf Weissagungen und das Erkunden der Schicksalsbahnen ihrer Gäste.

An ihrer Seite stehen die ersten zwei Kinder des Waldes und Söhne des ersten Zweigs:
Atanos, der Flüsterer und Xall Brandsiegel. Zusammen mit ihrer Mutter verwalten und lenken sie die Geschicke des Zirkels. Xall ist von ernster Natur und übernahm somit die Aufgabe des Schutzbeauftragten des Zirkels. Stets finden Bruder und Schwester, wie auch Gast und Adel klugen Rat und Schutz vor jeder Bedrohung bei ihm.
Seine Profession ist die Siegelmagie. Er verschließt das Böse, befreit das Gute und beschwört Glück und Frieden.
Atanos, der Flüsterer ist im Gegensatz zu seinem Bruder so wild und verwegen wie die Tiere des Waldes selbst. Oft sorgt er für Lachen, Gesang und Heiterkeit in den Hallen SVARTHEIMS. Auf der Jagd nach Abenteuern, unstillbarer Wissbegierde und ertragreichen Geschäften hat er schon so manches Chaos verursacht. Man sagt er beherrsche die Sprache der Tiere und so manch anderen verborgenen und mächtigen Zauber.